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Warmwasser & Technik

Heizungswasser nach VDI 2035 – und wie Sie die Trinkwasserseite schützen

Stand 06. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · IONDA Redaktion

Kurz gesagt

VDI 2035 Blatt 1 regelt die Qualität des Füll-, Ergänzungs- und Heizungswassers in geschlossenen Warmwasser-Heizungsanlagen – mit Richtwerten für Härte, Leitfähigkeit und pH-Wert. Diese Werte erreicht man mit Enthärtung oder Entsalzung, dokumentiert im Anlagenbuch. Für das Trinkwasser – wo mit jedem Liter neuer Kalk ins Haus kommt – ist IONDA zuständig: Es schützt Speicher, Frischwasserstation und Leitungen ohne Salz und Chemie. Zusammen ergibt das den kompletten Kalkschutz fürs Haus.

Heizraum mit Pufferspeicher, roten und blauen Leitungen und Manometer
Illustration

„Kalk in der Heizung“ und „Kalk im Trinkwasser“ werden oft in einen Topf geworfen. Technisch sind es zwei verschiedene Wasserkreise mit eigenen Regeln. Für das Heizungswasser ist die Richtlinie VDI 2035 maßgeblich. Dieser Beitrag erklärt, was sie verlangt – und wie Sie die zweite, offene Seite, das Trinkwasser, dauerhaft vor Kalk schützen.

Was ist Heizungswasser?

Heizungswasser zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf: vom Wärmeerzeuger (Gaskessel, Wärmepumpe, Fernwärmeübergabe) durch Rohre, Heizkörper, Fußbodenheizung und Pufferspeicher zurück. Es wird bei der Inbetriebnahme eingefüllt (Füllwasser) und bei Verlusten ergänzt (Ergänzungswasser). Danach bleibt es jahrelang im System.

Trinkwasser fließt dagegen offen durch die Installation. Es kommt vom Versorger, wird im Speicher oder in der Frischwasserstation erwärmt und an der Zapfstelle entnommen. Es strömt ständig frisch nach.

Heizungswasser Trinkwasser
Kreislauf geschlossen offen, ständig erneuert
Regelwerk VDI 2035, Herstellervorgaben TrinkwV, DIN 1988, DVGW-Arbeitsblätter
Kalkmenge begrenzt auf das, was mit dem Füllwasser eingebracht wird kommt mit jedem Liter neu hinzu
Typische Aufbereitung Enthärtung, Entsalzung, pH-Stabilisierung Kalkschutz wie IONDA, bei Bedarf Enthärtung

Was regelt VDI 2035?

Die VDI 2035 Blatt 1 (aktuelle Ausgabe März 2021) heißt „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen – Steinbildung und wasserseitige Korrosion“. Sie fasst die früher getrennten Themen Steinbildung und Korrosion in einem Blatt zusammen. Sie gilt für Warmwasser-Heizungsanlagen nach DIN EN 12828 innerhalb von Gebäuden mit Vorlauftemperaturen bis 100 °C.

Kernziele sind:

  • Steinbildung vermeiden. Kalk aus dem Füllwasser soll sich nicht am Wärmeerzeuger absetzen.
  • Korrosion vermeiden. Werkstoffe wie Stahl, Kupfer oder Aluminium sollen nicht durch ungeeignetes Wasser angegriffen werden.
  • Störungsfreien Betrieb sichern und einen guten Wärmeübergang erhalten.

Welche Richtwerte gibt es?

Die Richtwerte für die Gesamthärte hängen von zwei Größen ab: der Gesamtheizleistung und dem spezifischen Anlagenvolumen (Liter Wasser je Kilowatt Heizleistung). Je größer die Anlage und je mehr Wasser sie enthält, desto strenger die Anforderung. Ein Herstellerleitfaden (siehe Quellen) gibt die Werte der Ausgabe 2021 so wieder (Gesamthärte in °dH):

Gesamtheizleistung unter 20 l/kW 20 bis 40 l/kW ab 40 l/kW
bis 50 kW (Wasserinhalt Wärmeerzeuger ab 0,3 l/kW) keine Anforderung 16,8 unter 0,3
bis 50 kW (Wasserinhalt Wärmeerzeuger unter 0,3 l/kW) 16,8 8,4 unter 0,3
über 50 bis 200 kW 11,2 5,6 unter 0,3
über 200 bis 600 kW 8,4 0,3 unter 0,3
über 600 kW 0,11 0,3 unter 0,3

Dazu kommen heizleistungsunabhängige Werte:

  • Elektrische Leitfähigkeit: salzarme Fahrweise über 10 bis 100 µS/cm, salzhaltige Fahrweise über 100 bis 1.500 µS/cm.
  • pH-Wert: 8,2 bis 10,0, bei Aluminiumwerkstoffen 8,2 bis 9,0.
  • Aussehen: klar, frei von sedimentierenden Stoffen.

Für Details und Sonderfälle ist der Originaltext der Richtlinie maßgeblich. Viele Hersteller von Wärmeerzeugern verlangen strengere Werte als die VDI 2035, etwa eine salzarme Fahrweise. Diese Vorgaben sind ebenfalls einzuhalten und oft Voraussetzung für die Gewährleistung.

Zur Einordnung: Leitungswasser im Härtebereich „hart“ liegt nach § 9 WRMG über 14 °dH. Bei Anlagen mit Fußbodenheizung oder Pufferspeicher steigt das spezifische Anlagenvolumen schnell – dann ist eine Aufbereitung auch in kleineren Gebäuden häufig nötig.

Warum spielt das Anlagenvolumen so eine große Rolle?

Im Heizkreis kann nur so viel Kalk ausfallen, wie mit dem Füll- und Ergänzungswasser hineingelangt. Je mehr Wasser eine Anlage im Verhältnis zur Heizleistung enthält, desto mehr Calcium wird insgesamt eingebracht – und desto mehr kann sich auf den heißesten Flächen des Wärmeerzeugers konzentrieren. Kompakte Wärmetauscher moderner Geräte haben wenig Oberfläche, auf die sich das verteilen könnte.

Fußbodenheizungen und Pufferspeicher erhöhen das Anlagenvolumen deutlich. Gerade bei Wärmepumpenanlagen mit Puffer und Flächenheizung ist das spezifische Anlagenvolumen deshalb oft hoch. Daraus ergeben sich strengere Anforderungen an das Füllwasser, auch in Einfamilienhäusern.

Wie wird Heizungswasser aufbereitet?

  • Enthärtung: Calcium und Magnesium werden gegen Natrium getauscht. Die Härte sinkt, der Salzgehalt bleibt.
  • Entsalzung (Vollentsalzung): Nahezu alle gelösten Salze werden entfernt. Das Wasser ist salzarm, die Leitfähigkeit niedrig.
  • pH-Stabilisierung: Der pH-Wert wird auf den zulässigen Bereich eingestellt, wo nötig.

Die Befüllung erfolgt häufig mit mobilen Patronen oder einer fest installierten Füllstation. Das Ergebnis wird mit Messwerten im Anlagenbuch dokumentiert. Laut Fachleitfäden zur VDI 2035 sieht die VDI 2035 eine Dokumentation von der Beratung über die Planung bis zur Wartung vor.

Was müssen Betreiber im Alltag beachten?

Mit der Erstbefüllung ist das Thema nicht erledigt. Laut Fachleitfäden zur VDI 2035 ist der Betreiber für den ordnungsgemäßen Zustand seines Heizungswassers verantwortlich und soll es in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich, überprüfen lassen. Praktisch heißt das:

  • Nachfüllen nicht mit beliebigem Wasser. Auch Ergänzungswasser muss die Anforderungen erfüllen. Häufiges Nachfüllen ist außerdem ein Warnsignal für eine Undichtigkeit.
  • Werte bei der Wartung messen lassen. Leitfähigkeit, pH-Wert und Härte geben Auskunft über den Zustand.
  • Änderungen bewerten. Werden Bauteile getauscht, die Anlage erweitert oder Wasser gewechselt, sollte geprüft werden, ob das vorhandene Wasser zu den neuen Komponenten passt.
  • Anlagenbuch aufbewahren. Es ist im Gewährleistungs- oder Schadensfall ein wichtiger Nachweis.

Zwei Wasserkreise, zwei Lösungen

  1. Heizungswasser: Der Kreislauf ist geschlossen, die Kalkmenge durch das einmal eingefüllte Wasser begrenzt. VDI 2035 verlangt messbare Werte für Härte, Leitfähigkeit und pH – die erreicht man mit Enthärtung oder Entsalzung beim Befüllen.
  2. Trinkwasser: Hier kommt mit jedem gezapften Liter neues Calcium ins Haus. Speicher, Heizstab, Frischwasserstation, Zirkulation und Armaturen sind dauerhaft belastet. Das ist das Einsatzgebiet von IONDA.

Für Wärmepumpenanlagen haben wir beide Seiten im Beitrag Wärmepumpe und Kalk ausführlich beschrieben.

So schützt IONDA die Trinkwasserseite

IONDA sitzt direkt nach Wasserzähler, Filter und Druckminderer und schützt alles, was danach kommt. Das IONDA-STAP-Verfahren verändert, wie Kalk auskristallisiert: Statt harter, festsitzender Kalkkristalle entstehen feine, amorphe Partikel, die mit dem Wasser weggespült werden. Die TU Berlin (ZELMI) hat diesen Unterschied elektronenmikroskopisch sichtbar gemacht – die Aufnahmen finden Sie auf der Seite TU Berlin.

  • Ohne Salz, ohne Chemie, ohne Abwasser – nichts nachfüllen, nichts regenerieren.
  • Mineralien bleiben im Trinkwasser – IONDA enthärtet nicht.
  • Rund um die Uhr aktiv – mit geringem Stromverbrauch, ohne Wartungsaufwand.

Einen Überblick über alle Verfahren gibt der Vergleich der Verfahren.

Fazit

Heizungswasser wird einmal sauber nach VDI 2035 aufbereitet und dokumentiert – das erledigt Ihr Heizungsfachbetrieb. Das Trinkwasser dagegen bringt täglich neuen Kalk ins Haus. Mit IONDA schützen Sie diese Seite dauerhaft: Speicher, Frischwasserstation, Leitungen und Armaturen.

Ihr nächster Schritt: Finden Sie im Kalkschutz-Check das passende IONDA-Gerät für Ihr Haus oder sprechen Sie mit uns über Kontakt. Wo das STAP-Verfahren bereits zuverlässig arbeitet, zeigen unsere Referenzen.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Gilt VDI 2035 auch für mein Trinkwasser?

Nein. VDI 2035 Blatt 1 betrifft das Wasser in geschlossenen Warmwasser-Heizungsanlagen mit Vorlauftemperaturen bis 100 °C. Für Trinkwasser gelten die Trinkwasserverordnung und die technischen Regeln der Trinkwasserinstallation wie DIN 1988 und die DVGW-Arbeitsblätter.

Darf ich die Heizung einfach mit Leitungswasser befüllen?

Das hängt von Härte, Heizleistung und Anlagenvolumen ab. Bei kleinen Anlagen und geringem Wasservolumen kann unbehandeltes Wasser zulässig sein, bei größeren Anlagen oder großem Wasserinhalt verlangt VDI 2035 eine Aufbereitung. Viele Hersteller fordern zusätzlich eine salzarme Fahrweise. Ihr Heizungsfachbetrieb prüft das vor dem Befüllen.

Wofür ist IONDA zuständig – Heizungswasser oder Trinkwasser?

IONDA ist für die Trinkwasserinstallation gemacht: Warmwasserspeicher, Frischwasserstation, Durchlauferhitzer, Leitungen und Armaturen. Das Heizungswasser im geschlossenen Kreis wird einmalig nach VDI 2035 aufbereitet, etwa durch Enthärtung oder Entsalzung. Beides zusammen schützt das ganze Haus.

Wer ist für das Heizungswasser verantwortlich?

Der Betreiber ist für den ordnungsgemäßen Zustand verantwortlich. Planer und Fachbetrieb müssen ihn bei Errichtung und Befüllung beraten und die Wasserwerte dokumentieren. Bei der Wartung wird das Heizungswasser erneut geprüft.

Quellen

  1. VDI 2035 Blatt 1:2021-03 – Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen – Steinbildung und wasserseitige Korrosion
  2. VDI: Richtlinienreihe VDI 2035 – Vermeidung von Schäden in Heizungsanlagen
  3. Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG), § 9 Härtebereiche

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