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Grundlagen

Wasserhärte verstehen: °dH, mmol/l und Karbonathärte

Stand 06. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · IONDA Redaktion

Kurz gesagt

Wasserhärte beschreibt, wie viel Calcium und Magnesium im Wasser gelöst ist. Gesetzlich wird sie in Millimol Calciumcarbonat je Liter angegeben, im Alltag oft noch in Grad deutscher Härte (1 mmol/l = 5,6 °dH). Für Kalkablagerungen beim Erwärmen ist vor allem der Anteil entscheidend, der an Hydrogencarbonat gebunden ist – die Karbonathärte. IONDA schützt Warmwasserbereiter, Wärmepumpe und Leitungen genau davor – ohne die Härte zu senken: Die Mineralien bleiben im Wasser.

Wassertropfen fällt in eine ruhige Wasseroberfläche
Illustration

Auf Waschmittelpackungen, Spülmaschinen-Anleitungen und Wasserrechnungen begegnet Ihnen die Wasserhärte immer wieder – mal in °dH, mal in mmol/l, mal als „weich“, „mittel“ oder „hart“. Dieser Artikel erklärt, was hinter den Zahlen steckt, wie Sie zwischen den Einheiten umrechnen und warum gerade die Karbonathärte für Warmwassertechnik wichtig ist.

Was ist Wasserhärte?

Wasserhärte beschreibt die Menge an gelösten Erdalkaliionen im Wasser, in der Praxis vor allem Calcium und Magnesium. Der DVGW definiert die Härte als Summe der Konzentrationen dieser Ionen. Je mehr davon gelöst ist, desto härter ist das Wasser.

Wichtig für die Einordnung:

  • Härte ist kein Qualitätsmangel. Das Umweltbundesamt betont, dass Leitungswasser unabhängig vom Härtebereich von guter Qualität ist.
  • Die Trinkwasserverordnung enthält laut DVGW keine Anforderungen an die Wasserhärte.
  • Härte hat vor allem technische Folgen: Kalkablagerungen in Warmwasserbereitern, höherer Bedarf an Wasch- und Reinigungsmitteln, Flecken auf Oberflächen.

Woher kommt die Härte im Wasser?

Regenwasser ist zunächst nahezu frei von Calcium und Magnesium. Auf dem Weg durch Boden und Gestein nimmt es Kohlendioxid auf und wird dadurch leicht sauer. Dieses Wasser löst Kalkstein (Calciumcarbonat) und Dolomit (Calcium-Magnesium-Carbonat). So entsteht gelöstes Calciumhydrogencarbonat.

Daraus folgt eine einfache Faustregel: Wo das Grundwasser durch Kalk- oder Dolomitgestein fließt, ist das Wasser meist hart. In Regionen mit Granit, Gneis oder Sandstein ist es häufig weich. Die Härte kann deshalb schon zwischen benachbarten Orten deutlich schwanken – je nachdem, aus welchen Brunnen oder Quellen ein Versorger sein Wasser bezieht und ob er mischt. Wie groß die Unterschiede sind, zeigen unsere Stadtseiten: In Würzburg nennt der Versorger 38,2–42,7 °dH, in Ingolstadt 20,8 °dH, in Augsburg dagegen 13,2–13,9 °dH.

In welchen Einheiten wird Härte angegeben?

Seit der Neufassung des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes werden die Härtebereiche in Millimol Calciumcarbonat je Liter (mmol/l) angegeben. Im Alltag ist der Grad deutscher Härte (°dH) aber weiterhin verbreitet. In Frankreich, der Schweiz und auf manchen Geräten finden Sie französische Härtegrade (°fH).

Einheit Entspricht in mmol/l Entspricht in °dH
1 mmol/l CaCO₃ 1 5,6
1 °dH 0,1783 1
1 °fH 0,1 0,56

Zwei Beispiele zum Mitrechnen:

  • 18 °dH × 0,1783 = rund 3,2 mmol/l → Härtebereich „hart“
  • 2,0 mmol/l × 5,6 = rund 11,2 °dH → Härtebereich „mittel“

Wenn Sie nicht selbst rechnen möchten, hilft der Wasserhärte-Rechner.

Welche Härtebereiche gibt es?

Nach § 9 WRMG gibt es drei Härtebereiche. Wasserversorger müssen ihren Kunden mindestens jährlich mitteilen, in welchen Bereich ihr Wasser fällt.

Härtebereich mmol/l CaCO₃ ca. °dH
weich unter 1,5 unter 8,4
mittel 1,5 bis 2,5 8,4 bis 14
hart über 2,5 über 14

Die Bereiche wurden ursprünglich für die richtige Dosierung von Waschmitteln eingeführt. Ausführlich erklären wir sie im Artikel Härtebereiche weich, mittel, hart.

Was ist der Unterschied zwischen Gesamthärte und Karbonathärte?

Hier liegt der Punkt, der für Kalkablagerungen entscheidend ist.

  • Gesamthärte: alle gelösten Calcium- und Magnesiumionen, unabhängig davon, woran sie gebunden sind.
  • Karbonathärte: der Teil der Härte, dem gelöstes Hydrogencarbonat gegenübersteht. Er wird auch „temporäre Härte“ genannt, weil er beim Erhitzen ausfallen kann.
  • Nichtkarbonathärte: der Rest, etwa an Sulfat oder Chlorid gebunden. Er bleibt beim Erwärmen weitgehend gelöst und wird auch „permanente Härte“ genannt.

Der DVGW weist ausdrücklich darauf hin, dass für die Bewertung von Steinbildung in der Trinkwasserinstallation die ausfällbare Calciumcarbonat-Konzentration maßgeblich ist. Sie darf nicht mit der Gesamthärte gleichgesetzt werden. Für den Waschmittelbedarf ist dagegen die Gesamthärte ausschlaggebend. Steht in Ihrer Trinkwasseranalyse neben der Gesamthärte auch die Säurekapazität oder der Hydrogencarbonatgehalt, lässt sich die Karbonathärte genauer einschätzen.

Wie lese ich die Härte aus einer Trinkwasseranalyse?

Viele Versorger veröffentlichen nicht nur den Härtebereich, sondern eine vollständige Analyse. Für das Thema Kalk sind vor allem diese Zeilen interessant:

Parameter Typische Einheit Was er aussagt
Gesamthärte mmol/l oder °dH Summe aus Calcium und Magnesium
Calcium mg/l Hauptbestandteil der Härte und des Kalks
Magnesium mg/l Zweiter Härtebildner
Hydrogencarbonat oder Säurekapazität K(S4,3) mg/l bzw. mmol/l Grundlage der Karbonathärte
pH-Wert – Mit beeinflusst, wie leicht Kalk ausfällt

Steht nur Calcium und Magnesium in mg/l da, können Sie die Gesamthärte selbst berechnen:

Gesamthärte (mmol/l) = Calcium (mg/l) ÷ 40,08 + Magnesium (mg/l) ÷ 24,31

Beispiel: 100 mg/l Calcium und 20 mg/l Magnesium ergeben 2,49 + 0,82 = rund 3,3 mmol/l. Das sind etwa 18,6 °dH, also Härtebereich „hart“.

Für die Karbonathärte gilt als Näherung: Säurekapazität K(S4,3) in mmol/l × 2,8 = Karbonathärte in °dH. Ist die so berechnete Karbonathärte höher als die Gesamthärte, wird in der Praxis die Gesamthärte als Obergrenze angesetzt, denn mehr Calcium und Magnesium als vorhanden kann nicht als Kalk ausfallen.

Warum bildet hartes Wasser beim Erwärmen Kalk?

Gelöstes Calciumhydrogencarbonat steht im Gleichgewicht mit Kohlendioxid. Wird Wasser erwärmt, entweicht CO₂, und das Gleichgewicht verschiebt sich. Es entsteht schwer lösliches Calciumcarbonat, also Kalk:

Ca(HCO₃)₂ → CaCO₃ + H₂O + CO₂

Der DVGW nennt genau diesen Vorgang als Ursache für Verkalkungen in Warmwasserbereitern und an Heizstäben. Warmwasser neigt deshalb deutlich stärker zur Steinbildung als Kaltwasser. Besonders betroffen sind heiße Oberflächen: Heizstäbe, Wärmetauscher, Speicher und Frischwasserstationen.

Die Norm DIN 1988-200 empfiehlt je nach Calciumcarbonat-Konzentration und Temperatur unterschiedliche Maßnahmen: unter 1,5 mmol/l keine, darüber je nach Temperatur keine Maßnahme, Stabilisierung oder Enthärtung. Oberhalb von 60 °C wird ab 1,5 mmol/l eine Stabilisierung oder Enthärtung empfohlen.

Was bedeutet das für Ihr Gebäude?

Je höher die Härte und je wärmer das Wasser, desto mehr Kalk setzt sich in Ihrer Haustechnik ab:

  1. Wie hoch sind Gesamthärte und Karbonathärte?
  2. Wie warm wird das Wasser – und wo?
  3. Welche Technik soll geschützt werden: Speicher, Durchlauferhitzer, Frischwasserstation, Wärmepumpe?

So schützt IONDA vor hartem Wasser

IONDA setzt genau bei dieser Reaktion an – ohne dem Wasser etwas wegzunehmen oder hinzuzufügen.

  • Feine Partikel statt harter Kruste. Das IONDA-STAP-Verfahren verändert, wie Calciumcarbonat auskristallisiert: Statt kompakter, festsitzender Kalkkristalle entstehen feine, amorphe Partikel, die mit dem Wasser weggespült werden.
  • Elektronenmikroskopisch sichtbar. Die TU Berlin (ZELMI) hat Proben mit 23,8 °dH untersucht: unbehandelt kompakte Kalkkristalle von 2–7 µm, mit dem STAP-Verfahren behandelt überwiegend amorphe, feine Strukturen. Zur Untersuchung
  • Mineralien bleiben. IONDA enthärtet nicht – Calcium und Magnesium bleiben im Trinkwasser, es kommt kein Salz ins Haus.
  • Ohne Salz, Chemie und Abwasser. Einmal eingebaut, arbeitet IONDA rund um die Uhr bei geringem Stromverbrauch.

Wer gezielt spürbar weiches Wasser möchte, greift zur Enthärtung. Für den Schutz der Haustechnik ohne Salz und Chemie ist IONDA die bessere Wahl. Einen Überblick gibt der Vergleich der Verfahren.

Ihr nächster Schritt

Den Härtewert für Ihren Ort finden Sie in der Härte-Übersicht oder per Postleitzahl im Wasserhärte-Rechner. Fachbegriffe von °dH bis Härtebereich erklärt das Glossar. Im Kalkschutz-Check erhalten Sie dann in wenigen Minuten die passende IONDA-Ausführung. Wo das STAP-Verfahren bereits arbeitet, zeigen unsere Referenzen. Fragen? Kontakt aufnehmen.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Ist hartes Wasser ungesund?

Nein. Nach Angaben des Umweltbundesamts ist Leitungswasser unabhängig vom Härtebereich von guter Qualität. Die Trinkwasserverordnung enthält keine Anforderungen an die Wasserhärte. Härte ist vor allem eine technische Frage.

Wie rechne ich °dH in mmol/l um?

1 °dH entspricht 0,1783 mmol/l, 1 mmol/l entspricht 5,6 °dH. 14 °dH sind also rund 2,5 mmol/l.

Was ist der Unterschied zwischen Gesamthärte und Karbonathärte?

Die Gesamthärte umfasst alle gelösten Calcium- und Magnesiumionen. Die Karbonathärte ist der Anteil, der an Hydrogencarbonat gebunden ist. Er fällt beim Erwärmen als Kalk aus und ist deshalb für Warmwassertechnik besonders relevant.

Woher weiß ich, wie hart mein Wasser ist?

Ihr Wasserversorger muss den Härtebereich mindestens einmal jährlich mitteilen, meist steht er auch auf der Website. Alternativ können Sie selbst messen, etwa mit Teststreifen oder Tropftest.

Quellen

  1. Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG), § 9 Angabe der Wasserhärtebereiche
  2. DVGW: Härtebereiche für Trinkwasser
  3. DVGW: Wasseraufbereitung in der Trinkwasserinstallation (Kompaktinfo, März 2024)
  4. Umweltbundesamt: Hartes Wasser, weiches Wasser

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